SuedostKUNSTnetz

Bildende Kunst im Südosten Österreichs – eine Sonderseite von SoKuN (SüdostKULTURnetz)

Karl Karner

Karl Karner

KARL KARNER
Raabau 34
8330 Feldbach
Tel.: 0664 45 13 221
Homepage:http://www.raabau.at/bildung/karner.htm
Email: karl@karner-bildhauer.at

http://www.raabau.at/bildung/karner.htm


Karl Karner hat sehr früh die Kunst für sich entdeckt. Bereits mit 20 Jahren hatte er seine ersten Ausstellungen, doch dieses Faktum gewinnt erst an Aussagekraft, wenn man weiß, dass der bei Fa. Loderer (Feldbach) ausgebildete und arbeitende Metall- und Kunstgießer ein künstlerischer Autodidakt ist. Karl Karners Autodidakttum allerdings geht berufsbedingt so weit – leicht eine Ausnahmeerscheinung bei einem Bildhauer -, dass der gesamte Schaffensprozess in seinen Händen bleibt (vom Modellieren bis hin zum Guss und der Endbearbeitung), was vielfach auch Konsequenzen für sein Kunstwerkverständnis hat. So sind die Arbeiten Karl Karners im Allgemeinen sehr stark produktionstransparent und im Endzustand scheinbar noch roh. Sie beinhalten oft diesen Aspekt als vielleicht ausschlaggebendes ästhetisch-identifikatorisches Kennzeichen der spezifischen Karnerschen Arbeitstechnik. Der Bildhauer Karl Karner ist heute durch Installationen – seit immer schon durch Zeichnungen und Bilder – immer mehr und mehr auf dem Weg zu einem zumindest form-offenen Bildhauer, auch wenn Skulpturen auch in Zukunft sicherlich den Großteil seiner Werke bilden werden. Das zeugt (nur) vom Drang, dem sich Karl Karner freiwillig aussetzt, ständig Neues zu produzieren, auszuprobieren und aufzunehmen.

1973: geboren in Feldbach seit 1989: beschäftigt in der Kunstgießerei Loderer lebt und arbeitet in Raabau
Ausstellungen (Auswahl)
etliche Atelierausstellungen – Raabau
Kunsthalle, Feldbach (2002)
Galerie Glacis, Graz (2002)
Der Retzhof, Leibnitz (2001)
Schloss Luberegg, Melk (2000)
Galerie Weber, Luxemburg (1996-1997)

Quelle: Karl Karners Webseite:

http://www.raabau.at/bildung/karner.htm

http://www.karner-samara.artfolder.net/

Chanson de Geste – Linda Samaraweerová, Nov 2011

http://www.kunstnet.at/golles/07_07_07.html

Galerie Dana Charkasi

Karl Karner

Introduction

Karl Karners work is situated at the intersection between the objectuality of sculpture and a more recent order of sculpture set in a social context. While it does not want to instigate further action by itself, it still calls for the active taking part of individuals in the process of realising the artwork.

In Karner’s installations and art environments, viewers frequently become bit players. Such participative impulses accentuate the irony inherent in these artworks. Single elements are taken from Minimal and Concept Art, whereupon their meaningfulness is upgraded and they are used as speculative patterns in reproducible settings. The repetition of recurring motifs references the serial production of industrial objects. In Karner’s work, these motifs are hand-made pieces of cast iron that become part of the artistic process. His preferred motifs are beaked creatures and dogs or hares, often clad with bronze or gold. The fact that they appear in series reminds of Pop Art or Concept Art, but their static nature is broken by the involvement of real people. It would almost seem that these inanimate fantastic creatures are brought to life by the protagonists.

In Karner’s creations, a multitude of tubes injecting or extracting liquid constitute a metabolic system that can, however, only be activated by the viewers or users. To speak of users in the context of this work is possible because the artist generates life situations that reference the virtuality of computer games. With their interactive potential, the environments created by Karner generate various forms of display that are composed similar to arrangements of theatre props and are complemented by a series of performative gestures.

Karl Karner’s multisensorial, fictional fairytale worlds tell a story of incessantly repeated settings of every day life, albeit with their function deconstructed, which clearly point out the absurdity of certain processes through the repetition of objectual elements. Their inherent performativity is applied not only to mere a fine art context, it also spreads out to the domain of theatrical scenes and art performances where the public is involved beyond the limits of museum presentations according to the directing principle in stage-based performative models.

Karner’s pieces function in the context of a gallery or a museum as static objects, whilst their stage-bound performative character reaches out to the dimensions of theatre space and audience. Commensurabilities proper of every day always have an intrinsic bond with social interaction in public space. They are unmasked as banalities and transformed into playful gestures so as to bring the alienation of sense and purpose into play as an artistic chain of arguments that addresses the matter of objectuality.

Exhibitions

Biography

Born 1973 in Feldbach. Lives and works in Vienna and Feldbach.

http://www.kulturservice.steiermark.at/cms/beitrag/10952681/29376061

Eichhörnchen und Schnabelwesen: Karl Karner, Linda Samaraweerová und der öffentliche Körper

korso ARTBox in Kooperation mit der Kultur Service Gesellschaft

Abbildungen siehe Link!

Ein drei Meter hohes Eichhörnchen aus Epoxyharz steht während der Fastenzeit auf einer mit Plastikblumen dekorierten Plinthe im Mittelgang der Grazer Kirche St. Andrä. Die Oberfläche dieser Plastik lässt die Betrachter sofort an Schokolade denken. Auf dem mächtigen Schweif des Eichhörnchens ist eine deutliche Inschrift, ein Epitaph, zu lesen: „…Karl Karner gestorben am…“. Ausgerichtet ist dieses Objekt auf eine korrespondierende Intervention im Bereich des Altars. Hier hat Karl Karner den verspiegelten Ambo von Gustav Troger mit schwarzer, genoppter Baufolie verkleidet.

Plastiken.

Die zentrale Plastik in einer Ausstellung im Studio der Grazer Neuen Galerie trägt den Titel Geländer. Höher gestellter. An den Hohlraum der Teile eines Balkongeländers hat Karl Karner einen umgepolten Haarföhn angeschlossen, der im Inneren des Profilrohres einen Sog erzeugt. Aus einer bereitgestellten Ablage kann man nun mittels asiatischer Essstäbchen Insektenkadaver in eine Öffnung am einen Ende des Geländers werfen, die daraufhin vom Föhn durch die Konstruktion gesaugt werden, und zwar so lange, bis die Menge der angesaugten Kadaver den Föhn verstopft. Dieser wird nun ausgebaut, die Insekten wieder in besagtem Behältnis deponiert und die Anlage ist wieder funktionsbereit … Zudem sind in dieser Ausstellung zwei Plastiken zu sehen, die auf ihrem dem menschlichen nachgebildeten Körper den Kopf eines Schnabelwesens tragen. Man steht den Skulpturen und Plastiken Karl Karners zunächst wohl ziemlich ratlos gegenüber, ist noch am ehesten an surrealistische Gestaltungsweisen erinnert und an Bildkompositionen, wie sie Max Ernst in seinen Collagen entwickelte. Mit Installationen seiner absurd anmutenden, hybriden Objekte zwischen Mensch und Tier stellt der Künstler Karl Karner jedenfalls auch Bezugssysteme innerhalb einer privaten Morphologie her, die Rezipienten wiederum zu individuellen Interpretationen führen mögen.

Porträt von Karl Karner.

Karl Karner wurde 1973 in Feldbach geboren. Er ist ausgebildeter Kunstgießer, arbeitete seit 1989 in der Feldbacher Gießerei Loderer und war dort mit Produktionen für Bruno Gironcoli, Thomas Stimm oder Josef Pillhofer beschäftigt. Seit 2007 studiert er an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Heimo Zobernig. Was heutzutage für Bildhauer eher die Ausnahme ist, ist für Karl Karners Arbeitsweise unabdingbar: Alle Arbeitsgänge, vom Entwurf bis zum fertigen Objekt, werden von ihm selbst ausgeführt. Im Allgemeinen bleiben Arbeitsspuren oder aus dem Herstellungsprozess resultierende Details wie Eingusskanäle erhalten und sind Teil der von Karner gewollten Form. In mehrteiligen Bronzearbeiten wie Hasenloch II (2003) oder Schnabelloch (2004) werden die Eingusskanäle weitergeführt in Stecksysteme. Je nach Konzept fällt die Materialwahl aus: Waren es in frühen Arbeiten noch vorwiegend die für den Guss gebräuchlichen Metalle, so werden diese inzwischen mit diversen Kunststoffen kombiniert, dazu kommen aber auch „profane“, wie Karl Karner sie in Baumärkten findet.

In Ausstellungen werden die Plastiken mit Fundobjekten – ein Siegespokal taucht immer wieder auf – zu Installationen arrangiert, die solcherart ein narratives Beziehungsgeflecht suggerieren. Die Weiterentwicklung der wie immer zu interpretierenden Erzählungen führte zur Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Choreografin Linda Samaraweerová. Seit drei Jahren bauen der Bildhauer und die Tänzerin ihr Projekt Der öffentliche Körper in Performances immer weiter aus. In von Karner aus seinen Plastiken, Fundobjekten und Videos arrangierten Bühnenbildern agieren die beiden als Darsteller nach jeweils strikt festgelegter Handlung und nach der Choreografie von Linda Samaraweerová. Ein Protagonist als Maske und Vertreter des öffentlichen Körpers ist besagtes Schnabelwesen, ein „zu einer Comicfigur verkommenes Wesen zwischen Mensch und Tier“, Mittel für die Künstler, die Rezeption vom Individuum abzulenken und in einen Bereich der Allgemeingültigkeit zu überführen.

„Die Tänzerin/Performerin mit der Schnabelwesenmaske agiert als der entpersonalisierte, entwurzelte, beliebige öffentliche Körper, der im Grunde nicht an eine/n bestimmten TrägerIn gebunden ist und daher auch in weiterer Folge an andere KünstlerInnen zu gleichen Zwecken weitergereicht werden kann. Die bisherigen Projekte von Karl Karner und Linda Samaraweerová im Rahmen von Der öffentliche Körper erfolgten auch dementsprechend: an verschiedenen Orten, in verschiedenen Kontexten und mit verschiedenen personellen Zusammensetzungen.“ Die Aufführungen beschreibt Linda Samaraweerová: „Zu Beginn ist das Szenario meistens sehr geordnet. Im Verlauf der Performance aber wird eigentlich erst durch unsere Aktionen mit den Gegenständen eine Installation hergestellt. Für die Zuseher mag das vielleicht nach Improvisation aussehen. Wir halten uns aber streng an eine ausgearbeitete Choreografie.“
Unter dem bewusst irreführenden und nicht programmatischen Titel …karl karner gestorben am… fanden in diesem Jahr Performances in der Szene Salzburg, der Kirche St. Andrä in Graz und beim Festival Imagetanz im Wiener Künstlerhaus statt. Eine neue Performance Travel Delights ist im Rahmen des steirischen Kulturfestivals regionale08, Diwan – Grenzen und Kongruenzen an drei Abenden im Feldbacher Zentrum zu sehen.

Wenzel Mraček

KURZBIOGRAFIE

Linda Samaraweerová, geboren 1977 in Prag.
Zeitgenössische Tanzausbildung (Abschluss 2002 in Brüssel bei P.A.R.T.S. – künstlerische Leitung: A. T. Keersmaeker).
Lebt und arbeitet seither überwiegend in Österreich.
Diverse Engagements als Tänzerin im In- und Ausland. Festes Mitglied der deutschen Tanzkompanie Anna Holter.
Seit 2004 vor allem als Choreografin tätig.
Als artist in residence wurde sie nach Bukarest, Prag, Salzburg, Paris, Tallin und Wien eingeladen.
Seit drei Jahren arbeitet sie mit dem Bildhauer und Installationskünstler Karl Karner im Zuge des Projektes Der öffentliche Körper zusammen (Aufführungen bei diversen Festivals u.a. Impuls Tanzwochen Wien, Imagefestival etc.).

Karl Karner, geboren 1973 in Feldbach/Steiermark.
Seit 2007 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien/ Klasse Heimo Zobernig. Lebt und arbeitet in Wien und der Steiermark.

Performances (in Kooperation mit Linda Samaraweerová):
2008 Szene Salzburg: „…karl karner gestorben am…“ St. Andrä Kirche, Graz: „…karl karner gestorben am…“ Brut, Imagefestival: „…karl karner gestorben am…“ Festival Regionale Steiermark: „Travel Delights“
2007 Dietheater, Image Festival, Wien: „Körperlichkeit und Virtuosität“
2006 WUK, Wien : Performance „Travel Delights“ (Karner/Samaraweerová) TQW Wien/„X-Change“ ; Performance: „…karl karner gestorben am…“
2005 Impulstanzen, Wien
Terrainzs Fertiel, Bukarest – Wien – Paris
Bezirksfestwochen, Wien
Galerientage, Graz

Einzelausstellungen:
2008 Neue Galerie Graz
2008 St.Andrä Kirche, Graz
2005 Galerie Glacis/Graz (Galerientage Graz)
2002 Kunsthalle Feldbach
2001 Retzhof/ Stmk.
1993- 2001 jährlich Schloss Kornberg/Stmk.
2000 Schloss Luberegg/NÖ
1999 PEF/Wien
1999 Galerie Kies/Vorarlberg
1997 Galerie Markt Hartmannsdorf
1993 ÖGB Galerie Graz

Gruppenausstellungen:
2008 Galerie 5020/ Salzburg
2007 Galerie Gölles/Fürstenfeld
2007 Galerie Glacis/Graz
2006 Galerie Glacis/Graz
Neue Galerie Graz: „Förderungspreis des Landes Steiermark (Katalog)
2005 Schloss Herberstein/Stmk.
2005 – 1997 jährlich Galerie Glacis/ Graz
2004 Schloss Kornberg/Stmk. („Formsache“)
2003 Körmed/Ungarn
1998 Stadtgalerie Fürstenfeld/Stmk.
1997 Leoben/Landesausstellung Stmk.
1997 – 1996 Galerie Weber/Luxemburg

Werkverzeichnisse:
Karl Karner, „Arbeiten 1996-1998″ (erschienen 1998)
Karl Karner, „gestorben am ….“, (erschienen 2005)

http://www.raabau.at/bildung/karner.htm

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